Schulzentrum

Das Schulzentrum Kutties Rajiyam wurde zu 100 % mit Spendengeldern von fair for kids auf dem Gelände des Psycho Trust in Karur erbaut und im Mai 2009 feierlich eröffnet.

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Sozial benachteiligte Kinder erhalten hier im Computerraum, Labor, Musikzimmer, Aufnahmeraum für Musik und eigene Radiobeiträge, Bibliothek, Kreativ- und Entspannungsraum Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten. Im „Königreich der Kinder“ planen, entscheiden und bestimmen die Kinder alles selbst. Denn im Kutties Rajiyam wird nicht nur Wissen vermittelt, es bietet den arbeitenden Kindern der Region vor allem die Möglichkeit einfach einmal Kind zu sein. Hier können sie ihre Interessen entdecken und individuelle Talente entfalten. Unabhängig von ihrer Kaste, ihrer Religion oder dem sozialem Hintergrund können sie positive Erfahrungen sammeln, Kreativität und Selbstbewusstsein entwickeln. Im Kutties Rajiyam unterstützen engagierte Mitarbeiter die gesamte Entwicklung der Kinder und bereitet sie auf ein aktives und selbstbestimmtes Leben vor.

Schulinternat

Auf Initiative von fair for kids und zu 100 % von Spendengeldern getragen, wurde 2010 ein Schulinternat (Residential Bridge School) an das Schulzentrum angegliedert.

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54 Kinder, die aus Arbeitssituationen herausgeholt wurden, leben und lernen für 6 bis 12 Monate hier im Internat. Wer durch zu große Lücken den Anschluss an die Regelschule verpasst hat, erhält hier eine intensive Betreuung mit formellem Unterricht und Freizeitangeboten. Der Erfolg des Internats ist enorm: alle Jungen und Mädchen haben bisher die Aufnahme in die Regelschule geschafft. Besonders stolz sind wir auf die 15 unserer Kinder, die nicht nur an regionalen Schulwettbewerben teilgenommen, sondern auch jeweils den ersten Preis abgeräumt haben.

Ausbildungsstätte

2010 konnte fair for kids mit dem Center for Textile Education ein Angebot für Jugendliche ergänzen, die auf Grund der Kinderarbeit den Anschluss an die Schule bereits verpasst haben.

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Sie erhalten hier eine berufliche Qualifizierung und Basisunterricht mit Rechnen, Schreiben und Lesen. Die Mädchen können eine Schneiderlehre machen oder Kurse für Textildesign und Computerkurse belegen. Bereits 51 junge Mädchen haben den Intensivkurs mit Computer-Grundwissen und Desk Top Publishing bestanden und wurden in Bürojobs vermittelt. Sie verdienen inzwischen 150 Rupien am Tag, etwa fünf Mal so viel, wie sie vorher als ungelernte Fabrikarbeiterinnen erhielten. Als ausgebildete Schneiderin verdienen die Mädchen etwa 4.500 Rupien (ca. 55 Euro). Bereits 24 der im Center for Textile Education ausgebildeten Schneiderinnen haben sich eine eigene Nähmaschine gekauft und arbeiten selbständig. Sie verdienen täglich mindestens 200 Rupien. Die Jungen erlernen andere handwerkliche Tätigkeiten wie Schreiner, Installateur oder Schweißer. Zwischen 2010 und 2013 wurden bereits 300 Jugendliche ausgebildet und bei der Suche nach einem Arbeitgeber unterstützt. Die Ausbildung ermöglicht ihnen gute Chancen, auf eigenen Füßen zu stehen und ein Auskommen zu erwirtschaften. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Mädchen, die in Indien besonders benachteiligt sind.

Folgende Beispiele geben einige Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten im Schulzentrum:

  • Im Januar 2010 wurde ein einfaches Planetarium von Uma Maheswari, der Verwaltungschefin des Distrikts Karur, eingeweiht. Der Besuch steht tausenden Kindern der Region offen.
  • Networking in der Region ist ausgesprochen wichtig, um lokale Unterstützung und mediale Aufmerksamkeit zu sichern. Offizielle Besuche ranghoher Politiker und Beamter wie der des Obersten Richters des Bezirksgerichts, des Polizeichefs, Vertretern des Sozialreferats, Lehrern, Vertretern anderer Hilfsorganisationen, Professoren der nahegelegenen Gandhigram Universität und von Medienvertretern sorgen für eine gute Vernetzung des Schulzentrums.
  • Ehrenamtliches Engagement ermöglicht willkommene, zusätzliche Angebote. So geben Studenten an den Wochenenden Englischkurse und bereits 300 Kinder konnten an den Medizincamps der Ärztin Dr. Vijaya Srinivasan teilnehmen. Die Ärztin kommt alle 14 Tage ins Schulzentrum, um den Kindern Grundsatzwissen über den eigenen Körper, Hygiene, Ernährung zu vermitteln.
  • Kinderrechte verständlich vermitteln: Den meisten Kindern und auch den Eltern ist gar nicht bewusst, dass Kinder weltweit Grundrechte nach der UN-Kinderrechtskonvention haben. Ein kleines Amphitheater wurde mit Szenen bemalt, die das Recht auf Gesundheit, Bildung oder Freizeit, Spiel und Erholung bildlich darstellen. Die Kinder treffen sich hier, um Erfahrungen auszutauschen.
  • Die Entstehung der Kinderparlamente (Children’s Panchayats): Das Projektgebiet besteht aus insgesamt 123 Dörfern rund um Karur mit 125 Kindergruppen. Bis März 2011 wurden 85 Kerngruppen gebildet, die jeweils von einem demokratisch gewählten, 18-köpfigen Kinderparlament vertreten werden. Die 1.530 Kinderverteter werden zunächst über die Arbeit im und die Ziele des Kinderparlaments geschult. (Ziele und Aufgaben sind? Hier ergänze ich ev. noch einen Satz, sobald ich das herausgefunden habe).
  • Erste Erfolge der Schuleinschreibungs-Kampagne: 82 Schulabbrecher konnten im letzten Jahr überzeugt werden, wieder zur Regelschule zu gehen. Etwa zwei Monate vor Beginn des Schulljahres finden in allen 123 Dörfern Schulkampagnen statt, die Eltern über den Sinn und die Wichtigkeit von Schulbildung aufklären. Die Kindervertreter aus den Dörfern organisieren Eltern-Lehrer-Treffen, verteilen auf Fahrrad Ralleys Informationen oder zeigen mit Straßentheater, warum Bildung sich lohnt.
  • Selbsthilfegruppen erhalten Kleinstkredite: Etwa 11.000 Frauen haben sich in den letzten 10 Jahren in 872 Selbsthilfegruppen organisiert. Letztes Jahr kamen 32 neue Gruppen dazu. Schulungen zeigen Wege aus der Armutsfalle, wie man beispielsweise ein kleines Geschäft eröffnet, dafür einen Kleinkredit beantragt und diesen auch erfolgreich wieder zurückbezahlt. 220 Frauen nahmen an den Trainings teil und erhielten Kredite von rund 60.000 Euro.